Potenziale von 5G in der Fertigung

Wie können sich Unternehmen am besten auf 5G vorbereiten? Antworten auf diese Frage will Let’s Talk Science, der monatliche Lunch-Talk zur EMO Hannover 2023, liefern.

56
5G-Forschung am Lehrstuhl für Fertigungstechnik und Betriebs-organisation (FBK), Universität Kaiserslautern (Bildnachweis: Thomas Koziel)

„In zwei bis drei Jahren wird die Hardware für 5G-Lösungen in der Produktion am Markt verfügbar sein“, prognostiziert Jan Mertes vom FBK Kaiserslautern. Der Produktionswissenschaftler ist einer der Projektleiter von „5G Kaiserslautern“, bei dem unterschiedliche Anwendungsfälle für 5G erforscht werden.

„Damit werden noch sehr viel mehr Unternehmen die Möglichkeit bekommen, ihre Produktion zu flexibilisieren, weil sie erheblich an Zeit, Aufwand und Kosten einsparen können gegenüber dem heutigen Stand der Technik.“ Wie das geht und welche Potenziale 5G für die Fertigung mit sich bringt, beleuchtet Let’s Talk Science am 25. Januar 2023 um 11.30 Uhr.

„Die industrielle Produktion entwickelt sich hin zu kleinen Losgrößen und kundenindividuellen Produkten. Mit dem Mobilfunkstandard 5G kann dies künftig auch für kleinere Unternehmen realistisch werden, die sich eine Umstellung auf modulare Fertigung sonst nicht leisten könnten“, so Mertes.

Darüber hinaus werden Anwendungen wie (de-)zentrale, kabellose Steuerung, sensorische Überwachung oder auch fahrerlose Transportsysteme (FTS) wesentlich einfacher und günstiger nutzbar sein. Bislang gibt es bei der Umstellung auf flexible Produktion jedoch noch einige Herausforderungen.

Jan Mertes, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Teilprojektleiter „5G Kaiserslautern“ am FBK Kaiserslautern. (Bildnachweis: FBK Kaiserslautern)

Um die cyberphysischen Produktionssysteme (CPPS) rekonfigurierbar und flexibel einsetzbar zu machen, ist ein hoher Vernetzungsgrad von Maschinen und Anlagen notwendig. Zur Vernetzung werden bislang zahlreiche heterogene Kommunikationstechnologien verwendet. Die benötigte Verkabelung treibt nicht nur die Kosten in die Höhe, sie ist auch schwierig umzusetzen – insbesondere bei bereits bestehenden Produktionssystemen. Kabellose Lösungen wiederum können für viele industrielle Anwendungsfälle nicht die geforderten Kommunikationsanforderungen erfüllen.

Deswegen müssen verschiedene Technologien simultan implementiert werden. Die unterschiedlichen Funktechnologien können jedoch Interferenzen verursachen, die die Funktion der Maschinen stören. Sie zu implementieren, ist zudem sehr aufwändig und damit teuer. Für diese Probleme bietet der Mobilfunkstandard 5G Lösungen, sodass vieles dafür spricht, dass im kommenden Jahrzehnt 5G der Standard für industrielle Kommunikation wird und Kabel obsolet werden.

Die Januar-Ausgabe des monatlichen Lunch-Talk zur EMO Hannover 2023 wird beleuchten, wie weit die Entwicklung des 5G-Standards und der Hardware vorangekommen ist, was Unternehmen heute schon umsetzen können beziehungsweise sollten und welche Herausforderungen etwa bezüglich der Leistungscharakteristiken existieren. Aufgezeigt werden auch die Potenziale, die in etwa zwei bis drei Jahren realisiert werden können.

Kontakt:

www.emo-hannover.de