Robotik und KI von morgen

Am zweiten Tag der automatica findet das munich_i Hightech-Summit statt. Dort stellen  Technologietreiber und Pioniere aus Wissenschaft und Industrie ihre Innovationen, Erkenntnisse und Megatrends zur Zukunft von Robotik und Künstlicher Intelligenz vor.

367
Die automatica findet vom 21. bis 24. Juni in München statt. (Bildnachweis: Messe München)

Welche Technologien bestimmen die Zukunft, wie verändern digitale Transformation und KI kommende Geschäftsmodelle, welche Strategien gilt es heute zu implementieren, um morgen nicht das Nachsehen zu haben? Und welche ethischen Aspekte sind dabei zu berücksichtigen?

Dies sind die zentralen Fragen für Unternehmensleader und Verantwortliche für Produktion, Forschung und Entwicklung, Technologie und Digitale Transformation. Denn genau sie benötigen verlässliche sowie roadmapkompatible Orientierung, welche Technologien zukünftig relevant und welche Industriestandards sich durchsetzen werden. Anders gesagt, welche Bereiche und Themen werden die Geschäftsmodelle verändern und müssen schon heute in die Strategien der Unternehmen aufgenommen werden?

Die Vordenker haben das Wort – in vier Sessions

In vier Sessions beleuchten jeweils vier Experten die zentralen Aspekte der Interaktion menschlicher und künstlicher Intelligenz und des verantwortungsvollen technologischen Wandels – unter dem Leitbegriff „intelligence empowering tomorrow“. Das Spektrum reicht dabei von der Lagerautomatisierung über Deep-Learning-Ansätze für intelligente Roboter und das automatisierte, KI-gestützte Fahren bis zu „Soft Robotics“.

Session 1: Next Generation Robots

Wie sehen kommende Robotergenerationen aus, welche Aufgaben übernehmen sie und wie unterscheiden sie sich von den heute bekannten Robotern? Ein Trend, den Prof. Cecilia Laschi von der National University of Singapore vorstellen wird, sind Soft-Roboter, deren Design von der Natur inspiriert ist.

Session 2: Networking Intelligence

In Zukunft werden Roboter in intelligente und selbst lernende Systeme eingebunden sein – in der Industrie, aber auch in der Medizintechnik und der Pharmaforschung. Wissenschaftler, wie zum Beispiel Dr. Anna Bauer-Mehren, Head of Data Science beim Roche Innovation Center Munich, stellen Beispiele vor und beschreiben auch neue Technologien der Kommunikation und Konnektivität.

Session 3: Industrial Perception and Autonomy

Am zweiten Tag der automatica steht mit dem munich_i Hightech-Summit unter Schirmherrschaft vom Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder der Höhepunkt des Rahmenprogramms auf der Agenda (Bildnachweis: Messe München)

Ohne intelligente Umfelderkennung kann die Robotik ihre Potenziale nicht ausschöpfen. Dr.-Ing. Gunter Kegel, Geschäftsführer von Pepperl & Fuchs, erläutert die künftigen Anforderungen an die entsprechende Sensorik. Prof. Matthew Mason, Chief Scientist von Berkshire Grey, dem führenden amerikanischen Technologieunternehmen für KI im Handel, wirft einen Blick in die Zukunft von robotergestützter Automatisierung der Intralogistik.

Und Prof. Alfred Rizzi, Chief Scientist von Boston Dynamics, stellt neueste Entwicklungen bei den autonomen, hochdynamischen Laufrobotern vor, mit denen sich das Unternehmen eine Alleinstellungsposition im Markt der Robotik erarbeitet hat.

Session 4: Learning, Understanding and Interaction

Müssen Roboter die Welt verstehen, um effizient arbeiten zu können? Dieser Frage geht Melonee Wise, Vice President of Robotic Automation von Zebra Technologies nach. Die Zuhörer dürfen gespannt sein: Laut Online-Magazin „Business Insider“ gehört Wise zu den acht CEOs, deren Tätigkeit unsere Arbeitswelt am stärksten verändern werden. Aktuell ist sie eine von sechs Gewinnern des Engelberger Robotics Award 2022, der weltweit renommiertesten Auszeichnung im Bereich Robotik.

In einem weiteren Vortrag zeigt KI-Pionier Prof. Wolfram Burgard, TU Nürnberg, wie Roboter mithilfe von Deep-Learning-Ansätzen immer „klüger“ werden. Burgard gilt als internationaler Experte für autonomes Fahren. Von 2019 bis 2021 war er Vice President für Automated Driving Technology und Machine Learning am Toyota Research Institute in Los Altos, CA, USA.

Abschlussvortrag und Sonderschau „AI.Society“

Den abschließenden Überblicksvortrag hält Prof. Seth Hutchinson vom Georgia Institute of Technology, der auch Weltpräsident der IEEE Robotics and Automation Society und ein Pionier der visionsbasierten Robotersteuerung ist.

Als „Wrap up“ fasst Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin, Direktor des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) und Inhaber des Lehrstuhls für Robotik und Systemintelligenz der Technischen Universität München (TUM), die Ergebnisse zusammen. Ein gemeinsamer Rundgang auf der automatica über die munich_i-Sonderschau und Dialogplattform AI.Society ermöglicht zusätzliche, praxisnahe Einblicke in die Zukunftstrends von Robotik und Künstlicher Intelligenz.

Von Experten für Experten

Organisiert und kuratiert wird der Summit aus dem MIRMI heraus. Das Institut bündelt zur Erforschung maschineller Intelligenz die Expertise von über 60 Professoren diverser Fachrichtungen der TUM. Haddadin erklärt: „Künstliche Intelligenz und Robotik stehen vor einem technologischen Quantensprung. munich_i ist es gelungen, eben die international führenden Köpfe aus Forschung, Technologie und Industrie zu gewinnen, die den Menschen ins Zentrum ihres Wirkens stellen und so unser aller Leben in der Zukunft nachhaltig verändern.”

Aus Sicht der Messeveranstalter bietet der Hightech-Summit 2022 einen echten Mehrwert für Fachbesucher, die – über die jeweils nächste Produktgeneration hinaus – tiefe Einblicke in die Zukunft von Robotik und Künstliche Intelligenz erwarten. Dass eine Industriemesse eine so anspruchsvolle „Gipfelveranstaltung“ als Rahmenprogramm anbietet, ist ungewöhnlich, passt aber perfekt zu einer internationalen Leitmesse wie der automatica.

Kontakt:

www.automatica-munich.com