Neue Bewegungsplattform für das Rohrlasern

Aerotech präsentiert leistungsstarken Nachfolger für die zylindrische Laserbearbeitung von Medizinprodukten

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Rohrlaserbearbeitung in der Praxis: Systeme wie die LaserTurn280 kommen bei der Herstellung zylindrischer Medizinprodukte zum Einsatz - darunter koronare und neurovaskuläre Stents, Hypotubes und Instrumente für minimalinvasive Eingriffe. ©Aerotech

Mit der LaserTurn280 kündigt Aerotech eine neue Bewegungsplattform für die Laserbearbeitung zylindrischer Bauteile an. Das System richtet sich an Maschinenbauer und Hersteller medizinischer Produkte, die höhere Stückzahlen bei gleichbleibender Teilequalität anstreben. Die Markteinführung ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant. Erste Prototypen stellte das Unternehmen bereits auf mehreren Medizintechnikmessen vor und stieß bei den Fachbesuchern auf großes Interesse.

Die LaserTurn280 ist Aerotechs neue Bewegungsplattform für die zylindrische Laserbearbeitung. Basierend auf dem PRO280LM-Lineartischdesign und optional mit drei verschiedenen Drehstufenantrieben erhältlich, deckt das System Rohrdurchmesser von 0,3 bis 30 mm ab. Im Bild ein Prototyp, wie er bspw. auf der Medtec Live in Stuttgart gezeigt wurde. ©Aerotech

Die LaserTurn280 basiert auf dem bewährten PRO280LM-Lineartischdesign von Aerotech. Das System ist in drei Ausführungen mit den Drehstufenantrieben ASR1400, ASR1100 und ACS150 erhältlich. Je nach Konfiguration lassen sich Rohrdurchmesser von 0,3 bis 30 mm bearbeiten. Zur Auswahl stehen verschiedene Spannsysteme, darunter Spannzangen (TF20, W12) mit sog. toter Länge sowie ER-Präzisionsspannzangen (ER16, ER25, ER40). Der lineare Verfahrweg beträgt 300 mm, die maximale Verfahrgeschwindigkeit 1.000 mm/s.

Toter-Längen-Spannzangen minimieren die axiale Bewegung des Rohrs und reduzieren das Risiko von Stitching-Fehlern beim Vorschub. Dies ist insbesondere bei der Fertigung längerer Werkstücke wie Hypotubes von Bedeutung. Der Spannmechanismus wird pneumatisch betätigt und ist für den Betrieb mit trockenem, ölfreiem Stickstoff oder Druckluft ausgelegt.
„Die LaserTurn280 ist das Ergebnis direkter Rückmeldungen aus dem Markt“, erklärt Brian Fink, Product Manager bei Aerotech. „Unsere Kunden benötigen Plattformen, die sich schnell in ihre bestehende Fertigung integrieren lassen und gleichzeitig einen höheren Durchsatz ermöglichen. Genau für diese Anforderungen wurde die LaserTurn280 entwickelt.“

Beispiel eines lasergeschnittenen Implantats: Die Präzision moderner Rohrlasersysteme erlaubt die Fertigung filigraner Strukturen mit engen Toleranzen – Voraussetzung für den Einsatz in der Kardiologie und Gefäßmedizin. ©Aerotech

Hohe Genauigkeit bei linearen und rotativen Bewegungen

Die erreichbare kalibrierte Genauigkeit liegt laut Hersteller bei ±1 µm (linear) und ±30 µrad (rotativ), die bidirektionale Wiederholgenauigkeit bei ±0,4 µm beziehungsweise ±15 µrad. Als Antrieb kommen eisenlose Linearmotoren mit berührungslosen optischen Encodern zum Einsatz. Die Konstruktion ist auf hohe Steifigkeit ausgelegt und schützt interne Komponenten vor Verunreinigungen.

Dies ist insbesondere für Anwendungen im Nassschneidbetrieb relevant. Die LaserTurn280 kann wahlweise als Trocken- oder Nassschneidkonfiguration ausgeliefert werden; letztere verfügt über ein integriertes Fluid-Handling-System.
Zur Vereinfachung der Integration verfügt die Plattform über ein integriertes Kabelführungssystem sowie eine freie Öffnung (Clear Aperture) für den Rohrdurchlauf. Optionale pneumatische Greifer an Vorder- und Rückseite ermöglichen eine automatisierte Werkstückhandhabung. Die Montage erfolgt über acht M8-Befestigungspunkte.
„Wir haben die Plattform konsequent auf die Anforderungen der Medizintechnikfertigung ausgelegt“, erklärt Brian Fink. „Das bedeutet: wenig Rohrausschuss, reproduzierbare Teilequalität und eine Architektur, die Maschinenbauern erlaubt, schnell in die Serienproduktion zu gehen.“

Brian Fink, Product Manager bei Aerotech: „Die LaserTurn280 ist das Ergebnis direkter Rückmeldungen aus dem Markt. Unsere Kunden benötigen Plattformen, die sich schnell in bestehende Maschinen integrieren lassen und gleichzeitig einen höheren Durchsatz ermöglichen. ©Aerotech

Ausgelegt für den Automation1-Controller

Das Rohrlasersystem ist für den Einsatz mit dem Automation1-Motion-Controller von Aerotech konzipiert. Dieser unterstützt unter anderem die Funktion Position Synchronized Output (PSO) zur präzisen Synchronisation von Laserpuls und Achsbewegung. Darüber hinaus steht mit Enhanced Tracking Control (ETC) eine Funktion zur Verfügung, die Bahnfehler bei schnellen und komplexen Konturen reduziert. Beide Technologien sind insbesondere für die Stentfertigung relevant, bei der enge Geometrietoleranzen und kurze Zykluszeiten gleichermaßen gefordert sind.

Anwendungsfelder in der Medizintechnik

Lasergeschnittene, zylindrische Medizinprodukte kommen unter anderem bei koronaren und neurovaskulären Stents, strukturellen Herzkomponenten, peripheren Gefäßimplantaten sowie Instrumenten für minimalinvasive Eingriffe zum Einsatz. Die Werkstücke reichen von wenigen Millimetern bis zu Längen von über einem Meter. Mit ihrer Auswahl an Drehstufenantrieben und Spannzangenoptionen ist die LaserTurn280 für ein breites Spektrum dieser Anwendungen ausgelegt.
„Die Anforderungen in der medizintechnischen Fertigung steigen: kleinere Strukturen, engere Toleranzen und höhere Stückzahlen“, bestätigt Brian Fink. „Die LaserTurn280 unterstützt diese Entwicklung und ermöglicht eine Integration ohne aufwändige Anpassungen einzelner Komponenten.“

Kontakt:

de.aerotech.com