VDMA – Exportbilanz Maschinenbau Baden-Württemberg

Die Maschinenbaufirmen aus Baden-Württemberg konnten ihre Ausfuhren zum Ende des ersten Halbjahres 2026 etwas stabilisieren.

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Bild: Hermle

Nach den deutlichen Rückgängen der vergangenen Jahre lagen die Exporte von Januar bis Juni nominal nur noch 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt belief sich das Exportvolumen auf 22,8 Milliarden Euro. Das Auslandsgeschäft der Maschinenbaufirmen bleibt jedoch weiterhin von geopolitischen Krisen, handelspolitischen Unsicherheiten und einem zunehmend härteren internationalen Wettbewerb geprägt. Gleichwohl hat sich die Abwärtsdynamik im Verlauf des zweiten Quartals abgeschwächt.

US-Markt stabilisiert sich, starker Rückgang im Chinageschäft

Positiv entwickelte sich das Geschäft mit den Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Auslandsmarkt der Maschinenbauunternehmen im Südwesten. Nach einer besseren Entwicklung im zweiten Quartal stiegen die Ausfuhren im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 0,6 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Damit lag der Anteil der USA an den gesamten Maschinenausfuhren aus Baden-Württemberg bei 15,6 Prozent. Die protektionistische US-Handelspolitik und der starke Euro bleiben jedoch erhebliche Belastungsfaktoren für das Exportgeschäft.

Als deutlich schwieriger erwies sich das Chinageschäft. Die Exporte in die Volksrepublik gingen im ersten Halbjahr 2026 um 26,5 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro zurück. Damit fiel China weiter hinter Frankreich zurück und bleibt nur auf Rang drei der wichtigsten Absatzmärkte zurück. Die Ausfuhren in das Nachbarland erreichten mit 1,7 Milliarden Euro nahezu das Vorjahresniveau.

EU-Binnenmarkt gewinnt als Absatzraum weiter an Bedeutung

Positiv entwickelten sich die Exporte in die europäischen Partnerländer. Die Ausfuhren stiegen um 1,8 Prozent auf insgesamt 10,6 Milliarden Euro. Damit entfielen 46,4 Prozent der gesamten Maschinenausfuhren aus Baden-Württemberg auf den EU-Binnenmarkt. Diese Entwicklung unterstreicht dessen weiter zunehmende Bedeutung als wichtigster Handelsraum für die Maschinenbaufirmen im Südwesten.

Besonders zulegen konnten die Ausfuhren in die Niederlande mit einem Plus von 14,6 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Auch die Exporte nach Tschechien stiegen um 9,4 Prozent auf 0,7 Milliarden Euro. Die Ausfuhren nach Schweden verzeichneten einen Zuwachs von 17,0 Prozent auf 0,5 Milliarden Euro.

Auch außerhalb Europas entwickelten sich einzelne Absatzmärkte positiv. Die Ausfuhren nach Indien stiegen um 13,8 Prozent auf 0,5 Milliarden Euro. Kanada verzeichnete ein Plus von 13,3 Prozent auf 0,3 Milliarden Euro, Brasilien einen Zuwachs von 8,1 Prozent auf ebenfalls 0,3 Milliarden Euro.

Dr. Dietrich Birk, Geschäftsführer des VDMA Baden-Württemberg „Während sich das Geschäft in den USA trotz erheblicher Unsicherheiten stabilisiert hat, zeigt die anhaltend schwache Nachfrage aus China, wie stark sich die Gewichte auf den Weltmärkten verschieben. Gleichzeitig verschärft die wachsende Präsenz chinesischer Anbieter den internationalen Wettbewerbsdruck. Insbesondere der staatlich geförderte, systematische Aufbau von Überkapazitäten führt zu strukturellen Wettbewerbsverzerrungen. Umso wichtiger ist es für unsere Unternehmen, das Potenzial zur strategischen Diversifizierung konsequent zu nutzen und sich auf den Exportmärkten breiter aufzustellen“

Kontakt:

www.vdma.eu